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Kurzstatement zu meiner Arbeit

Als Künstler stelle ich mir die Frage, was habe ich mitzuteilen,
in welcher Position sehe ich mich persönlich und gesellschaftspolitisch?


Mein gesellschaftspolitischer Bezug macht sich nicht an der Tagespolitik fest.
Grundlage ist meine persönliche menschliche Erfahrung und der Anspruch auf Veränderung beginnt für mich immer im Inneren, im Bewusstsein des Einzelnen.

Mein Grundthema ist der Mensch.

Was mich interessiert ist die Frage nach seiner Identität, seinen Potentialen
und seiner Wandlungsfähigkeit. Dem Verborgenen, der anderen Seite,
einer Art pfadloses Land im Unbewussten versuche ich Gestalt zu verleihen.
In Film und Roman sehe ich gewisse Verwandtschaften bei David Lynch
und im Roman bei Murakami oder Matt Ruff. Von einer persönlichen Ebene
ausgehend befasse ich mich mit Geschichten, Religionen und Mythen.
Eine zeitlos politisch, gesellschaftliche Ebene schwingt latent bei vielen Bildern mit.

Meine Arbeit gliedert sich in verschiedene Plattformen und Themenkreise.

Dem nach Außen gewandten Blick und einem Bereich, der den Blick
sozusagen nach Innen wendet und in den Arbeiten auf Papier (Zeichentagebüchern)
zu finden ist. Der nach Außen gewandte Blick gliedert sich in drei verschiedene
Bereiche. Landschaft, Städte und die "Bühneninszenierungen". Man kann sich die verschiedenen Bereiche wie eine Stadt von oben vorstellen. Die Außenbezirke
sind die Stadtporträts und Landschaftsskizzen, das Stadtzentrum die inszenierten Menschenbilder, der Untergrund die Tagebücher. Ziel ist es alle Bereiche mit verschiedenen Schwerpunkten zu vereinen.

Der Blick nach Innen.

Die Papierarbeiten sind vergleichbar mit dem Traum, ein wichtiger Begleiter und Inspirationsquelle für meine Arbeit. Sie sind ein autonomer Bereich, der Stoff aus
dem die Träume sind. Eine Reise durch pfadloses Land, der anderen Seite,
einer Welt des Akausalen, Irrationalen.

Der Blick nach Außen.

Kann man als eine Art "Bühneninszenierung" verstehen.
Entscheidend ist, dass ich hier wie ein Regisseur auf Distanz zum Geschehen
gehe und die Menschen bewusst vor unterschiedlichen "Kulissen" in verschiedene Handlungszusammenhänge stelle. Die Zusammenhänge sind schwer zu
durchschauen und führen zu Fragen, welche nicht unbedingt zu beantworten sind. Häufig gibt es im Bild eine Schlüsselfigur, eine dem Betrachter zugewandte Person,
die zur Frage einlädt: wer ist er und auch wer bist du, Betrachter?

Die Zyklen paradise lost und Üppigland (bis 2012).

Inhaltlich geht es um die Verletzbarkeit, Verlorenheit und Unsicherheit
des Menschen, seine Sehnsucht die Trennung von sich und der Welt, dem
anderen aufzuheben. Die Bilder stellen häufig Schaltstellen für Entscheidungen,
Schwellensituationen dar. Es geht um Polaritäten, Widersprüche,
um Ambivalenzen. Wertbegriffe, unser polares Denken, welches sich als
trennend und abspaltend auswirkt zu hinterfragen. Es sind Stimmungsräume, Traumräume, die sich im Wechsel von bewussten Entscheidungen und irrationalen Eingriffen bildnerisch entwickeln.Die Situationen sind offen in ihrer Bedeutung,
nie eindeutig. Ich liebe die Andeutung, das Rätsel. Die Aktivität und Resonanz
liegt beim Betrachter.

Die letzten 2 Jahre sind zu den Aktionsräumen Landschaft, Wald, Städte und Innenräume noch der Zirkusraum hinzugekommen. Clowns, Zwerge, Akrobaten
und Götter schaffen eine Inszenierung des skurilen Humors, welcher der Dramatik
einen Aspekt der Leichtigkeit gegenüberstellt. So sind Distanz in Verbindung
mit Humor ein Aspekt des Blickes aus dem griechischen Olymps, der unser
gemeinsames Treiben, ohne es lächerlich zu machen, menschlich und verständlich werden lässt.